Versorgungsausgleich

Rentenanwartschaften, welche die Eheleute während der Ehe erworben haben, sind unter den geschiedenen Ehegatten auszugleichen. Grundgedanke war für den Versorgungsausgleich, dass insbesondere die Hausfrauenehe (Hausmannsehe) geschützt werden soll, wenn nur ein Ehegatte aufgrund Erwerbstätigkeit in die Rentenkasse einzahlt, während der andere den Haushalt führt und aufgrund dessen nichts in die Rentenversicherung einzahlen kann. Aber auch wenn beide Ehegatten während der Ehe erwerbstätig waren, ist der Versorgungsausgleich durchzuführen.

Derjenige Ehegatte, der während der Ehezeit die höheren Rentenanwartschaften erworben hat, muss hiervon im Falle der Scheidung die Hälfte an den anderen übertragen.

Als Ehezeit im Sinne der Vorschriften über den Versorgungsausgleich gilt die Zeit vom Beginn des Monats, in dem die Ehe geschlossen worden ist, bis zum Ende des Monats, der dem Eintritt der Erhebung des Scheidungsantrags vorausgeht.

Beispiel (vereinfacht):

Tag der Eheschließung: 05.05.1995 = Beginn der Ehezeit: 01.05.1995

Erhebung des Scheidungsantrages: 25.10.2007 = Ende der Ehezeit: 30.09.2007

Ehemann

Ehefrau

Rentenanwartschaften aus der Ehezeit bei der Bundesversicherungsanstalt 650,00 EUR 300,00 EUR

Rentenanwartschaften des Ehemanns 650,00 EUR abzgl.

Rentenanwartschaften der Ehefrau – 300,00 EUR ergibt 350,00 EUR hiervon die Hälfte = 175,00 EUR

Ergebnis: Von dem Rentenkonto des Ehemanns bei der Bundesversicherungsanstalt werden auf das Rentenkonto der Ehefrau bei der Bundesversicherungsanstalt monatlich EUR 175,00 überwiesen. Dieser Betrag ist in Entgeltpunkte umzurechnen.

Die tatsächlichen Auswirkungen des Versorgungsausgleichs spüren die Parteien in der Regel jedoch erst, wenn sie in Rente sind.

« Back to Glossary Index